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Die Welt und ich (18): Ein Versuch.

Es ist Sonntag, und ich sehe eigentlich noch gar keinen Bedarf wieder eine Folge “Die Welt und ich” zu schreiben.

Ich will es aber trotzdem tun, auf die gleiche Weise, wie ich es oft an anderer Stelle tu: Ich schreibe los, ohne nachzudenken. Ein Satz, noch einer. Figuren bilden sich heraus, entstehen von selbst, manchmal frage ich mich, ob ich nicht schneller schreibe als denke.

Also, los geht´s. Fangen wir an. Stichwort Nr. 1: Moral.

Ein problematisches Thema, mit dem ich mich seit langem beschäftige, mal mehr, mal weniger intensiv. Welches ich nicht mehr so gern benutze, da es meiner Ansicht viel zu oft von intoleranten Idioten verhunzt wird, einfach nur dadurch, dass sie es verwenden. Aber dennoch ist es wichtig, dieses Thema immer mal wieder anzusprechen, genau wie das Thema Werte: Man darf diese Themen nicht einzig und allein den Konservativen überlassen, die teilweise immer noch glauben (oder zumindest vorgeben zu glauben) dass es da feste Rahmen gäbe und nur eine Lösung. Nur ein Wertekorsett, nur eine Moral.

Dem ist nämlich m.E. nicht so. Nicht nur, dass immer im Einzelfall beurteilt werden muss (auch wenn das länger dauert, klar).. ach, ich will mich nicht in Theorie verheddern. Worum es geht ist folgendes: Es ist zu hinterfragen, inwiefern sich die Mediengesellschaft mit ihrem immanenten, impertinenten Voyeurismus nicht mal ein wenig zurück nehmen sollte. Ja, nicht nur die brutalen Computerspiele sind das Problem - auch wenn Sie gut gern ein Teil des Problems sein mögen, sogar ziemlich sicher sind. Es ist auch die Meute von ausgehungerten Kampfhunden, die sich gern auch Sensationsjournalismus schimpft. Es ist auch der Leistungsdruck, der das Leben inhuman zu machen droht: Der Mensch ist keine Maschine und die Menschmaschine ist nicht wünschenswert. Der Wachstumswahn!

Man könnte diese Kette fortsetzen, aber ich denke, es ist klar, worauf ich aus bin.


Und wenn ich ehrlich bin, möchte ich dieses Experiment jetzt beenden und allseits eine schöne, hoffentlich amokfreie Woche wünschen.

Der Mörder und seine Gerechtigkeit

Eine vielleicht bedenkenswerte Frage, die mir in letzter Zeit öfter mal durch den Konsum von grotesken Yakuza-Filmen und unbequemen Anti-Kriegsfilmen begegnete, war die Frage nach der Natur des Mordes. Hierbei wurde oft angeschnitten, dass es eine Rechtfertigung für das Töten gibt bzw. dass der Mord gerecht ist. Dies impliziert, dass Mörder untereinander ungleich sind. Es gibt den gerechten Mörder und den Kriminellen. Ich glaube nicht daran, dass es dort einen Unterschied gibt. Dieser Unterschied wirkt nur gewissensberuhigend. Nach dem Motto: Puh, ich habe getötet, aber zu Recht! Ich habe die westlichen Werte verteidigt! Ich habe mich verteidigt! Ich habe einen Unmenschen zur Rechenschaft gezogen!

Das ist doch alles Quatsch. Wenn du jemanden tötest, tötest du auch einen Teil von dir. Und dabei macht es für mich keinen Unterschied, ob man im Krieg tötet oder ob man jemanden an anderer Stelle umbringt. Dass Soldaten fürs Morden noch ausgezeichnet werden, ist meiner Ansicht nach die größte Perversion, die es gibt. Man tötet Menschen und klopft sich dafür selbstgefällig auf die Schulter. Der Krieg ist nur ein willkürlich festgelegter Rahmen, indem die eigentlichen gesellschaftlichen Werte nicht mehr gelten. Der eigentliche Akt, der Mord, das Töten einer anderen menschlichen Existenz, dieser Akt bleibt unverändert. Nur durch diese Form von Gehirnwäsche braucht man sich nicht so schuldig fühlen. Weiterlesen von ‘Der Mörder und seine Gerechtigkeit’