Tag-Archiv für entspannung

Die Welt und ich (8): Stillstandsautobahn

Nach einem sehr kurzem und äußerst unbefriedigendem Wochenrückblick letzte Woche muss ich feststellen, das schon wieder eine Woche vorübergegangen ist. Aber das ist nicht alles.

Wer nun aber Erwartungen in Höhe des Empire State Buildings anhäuft, der wird Wohl oder Übel enttäuscht werden. Denn so ist die Welt nun einmal, überhaupt, was ist schon perfekt?

Ich bin es jedenfalls nicht, so viel ist klar und wenn mich meine Beobachtungen nicht täuschen, gibt es keine perfekten Menschen. Also warum soll man sich dann über die Fehler Anderer mokieren? Nun (und ich gebe zu, dass das ganz blöd klingt), bloß weil man nicht perfekt ist, ist man deswegen nicht automatisch nicht für seine Handlungen verantwortlich.

Aber Schluß mit dem Geplänkel und Butter bei die Fische: Das BKA-Gesetz ist im Bundesrat gescheitert, vorerst jedenfalls. Da kamen die Anschläge in Bombay wohl zu spät. Schlechtes Timing sozusagen, um nicht zu sagen: Wie unprofessionell, das geht besser. Aber ich will hier ja keine Verschwörungstheorien basteln, bringt ja auch nichts, da böte sich die Kosovo/BND-Sache auch wohl um einiges besser an. Oder vielleicht doch die Sache mit dem Herrn Rahm? Egal, anderes Thema.
Wirtschaftskrise. Erinnert sich noch jemand daran, das schon bevor aus der Subprimekrise eine Bankenkrise wurde, geunkt wurde, das Rezession drohe? Ich muss zugeben, dass ich das auch ziemlich gut vergessen hatte, man wird ja auch so mit Informationen zugeschmissen in diesen Zeiten, ständig sagt irgendwer irgendwas, eine harte Realität, wenn man so will.
Jedenfalls habe ich kürzlich dazu etwas gelesen - was ich jetzt aber leider nicht wiederfinde. Ärgerlich, ärgerlich.

Ansonsten liegt nicht nur eine Woche, sondern auch ein ganzer Monat fast hinter uns. Fast sogar schon das ganze Jahr - mein Leben kommt mir derzeit wirklich schnell vor. Nicht, das jeder Tag bis oben an vollgepackt wäre - der Sonntag ist es zum Beispiel nicht, aber es ist schon fast so, dass ich mich frage, ob ich mit dieser Zeitverfluggeschwindigkeit noch mitkomme.
Deswegen habe ich mich zu einer geringfügigen Veränderung meines Lebenswandels entschieden. Nur drei Alkoholtage im Dezember. Spart Geld und Kopfschmerzen und damit auch Zeit.

Aber ob das was verändert? Wir werden es nächste Woche sehen…

Die Welt und ich (5): Friedliche Koexistenz?

Eine weitere Folge, hoffentlich besser als die letzte: Die Woche war gar nicht ereignisarm, aber das macht ja noch längst keine gute Kolumne – leider.

Fangen wir immer bei den wichtigen Dingen an: Der Welt da draußen. Nun, was ist geschehen:

Wie jedeR wissen dürfte, ist Barack Obama der nächste US-Präsident. Und er wurde offenbar tatsächlich von der Mehrheit des US-Volkes gewählt – ein gutes Omen? Definitiv! Und McCain hat einen sehr guten Verlierer abgegeben 1: Obama sei jetzt auch sein Präsident. Zudem will Obama auch Republicans in sein Kabinett aufnehmen – klingt nach friedlicher Koexistenz.

Jemand Anderes, im Bundeslande Hessen hingegen, musste sich dann doch gar nicht zur Wahl stellen. Ja, die SPD hat es nicht geschafft, ihre Kader zu disziplinieren: 4 von 42 Abgeordneten sagten „nein“ zudem, was deutsche Konservative zuvor mehrfach – und anscheinend auch mit Wirkung – als Wahlbetrug gebrandmarkt hatten – aus Gewissensgründen, natürlich. Nein, ich bin ja eigentlich auch kein Freund der ewigen und heiligen Fraktionsdisziplin, aber meine Abneigung gegen diese betrifft nicht so sehr Personalfragen, sondern vor allem Sachfragen. Und das war weniger eine Sachfrage. Sozialdemokraten verraten Sozialdemokraten. Die Schmierenkampagne „Frau Ypsilanti arbeitet mit den Kommunisten 2 zusammen“ wirkt wohl doch, wie sehr sie bei den hessischen Wahlberechtigten wirkte, wird man bei sich nun so langsam abzeichnenden Neuwahlen sehen – Frau Y. ist jedenfalls nicht mehr dabei: Zum dritten Mal scheitern würde daraus ja auch eine gute Sache machen. Eine Satire-Aktion des NDR-Magazins extra3, in der die SPD ihre Auflösung ankündigte, wurde laut Fernsehbildern bereits gut angenommen – was aber in Zeiten von Videoschnitt nichts heißt (insbesondere bei Satire) 3.

Von einem wenig erfreulichen Thema zu einem noch Unerfreulicherem: Zum einen ist da die CDU, die mal wieder versucht, den Antisemitismus der Linken in die Schuhe zu schieben. Klar, es gibt da (oder gab) in Teilen des linken Spektrums Abneigungen gegen die israelische Militärpolitik, da mag es in der DDR Waffenlieferungen gegeben haben, aber gerade die CDU? „Hans Filbinger war nie ein Nationalsozialist“ - schon klar. Und Bananen sind gerade und meistens blau. Mal wieder „innovative Sympathievernichtung” und zudem einfach dumme Politik. Insbesondere, wenn man an den heutigen Tag, u.a. Jahrestag der Novemberrevolution, der Reichsprogromnacht und des Mauerfalls denkt.

Gut. Bleibt der potenziell unangenehme, der persönliche Teil. Ja, die zweite Uniwoche war schon wieder etwas anspruchsvoller, als die zweite und so wird das jetzt kontinuierlich bleiben. Jedes Mal ein bisschen mehr.

Ansonsten – und jetzt fluche ich gerade leise, weil mir keine gute Formulierung einfallen will – ist gewissermaßen gestern eine Art von Belastung von mir gefallen, denn ein Treffen mit einer ehemals sehr vertrauten Person lief nach meinem subjektiven Eindruck erfreulich entspannt. Und Entspannung, und sei es in Form von friedlicher Koexistenz – ist immer eine gute Sache.

Das nächste Wochenende wird dann vermutlich ein Stück unentspannter, aber hoffentlich nicht allzu viel unerfreulicher. Aber das muss auch mal sein und so schlimm ist Besuch nun auch nicht.

Ich stricke bereits an einem Freizeitprogramm. Damit der alte Hund maximal bellt und nicht beißt (nicht gebissen wird) und das auch diesbezüglich mit der „friedlichen Koexistenz“ funktioniert.

  1. Da könnte man sich in Deutschland auch mal eine Scheibe abschneiden: Ich fordere eine neue Kultur der Niederlage!
  2. Was übrigens für echte Kommunisten, so sagte man mir, eine mordsmäßige Verunglimpfung sei: „Die Linke“ sei mehr eine Nachfolgepartei der SPD, als irgendetwas Anderes.
  3. Ja, es ist totaler Blödsinn, Satire ernsthaft zu bewerten. Aber solange man mir die Freiheit lässt, genau das zu tun, mache ich das ab und zu gern.