Eine vielleicht bedenkenswerte Frage, die mir in letzter Zeit öfter mal durch den Konsum von grotesken Yakuza-Filmen und unbequemen Anti-Kriegsfilmen begegnete, war die Frage nach der Natur des Mordes. Hierbei wurde oft angeschnitten, dass es eine Rechtfertigung für das Töten gibt bzw. dass der Mord gerecht ist. Dies impliziert, dass Mörder untereinander ungleich sind. Es gibt den gerechten Mörder und den Kriminellen. Ich glaube nicht daran, dass es dort einen Unterschied gibt. Dieser Unterschied wirkt nur gewissensberuhigend. Nach dem Motto: Puh, ich habe getötet, aber zu Recht! Ich habe die westlichen Werte verteidigt! Ich habe mich verteidigt! Ich habe einen Unmenschen zur Rechenschaft gezogen!
Das ist doch alles Quatsch. Wenn du jemanden tötest, tötest du auch einen Teil von dir. Und dabei macht es für mich keinen Unterschied, ob man im Krieg tötet oder ob man jemanden an anderer Stelle umbringt. Dass Soldaten fürs Morden noch ausgezeichnet werden, ist meiner Ansicht nach die größte Perversion, die es gibt. Man tötet Menschen und klopft sich dafür selbstgefällig auf die Schulter. Der Krieg ist nur ein willkürlich festgelegter Rahmen, indem die eigentlichen gesellschaftlichen Werte nicht mehr gelten. Der eigentliche Akt, der Mord, das Töten einer anderen menschlichen Existenz, dieser Akt bleibt unverändert. Nur durch diese Form von Gehirnwäsche braucht man sich nicht so schuldig fühlen. Weiterlesen von ‘Der Mörder und seine Gerechtigkeit’