Monthly Archive for Mai, 2009
In Großbritannien will man den Salzkonsum auf täglich maximal 6 g pro Person senken.
Wunderbar. Oh Regelungswahn, wie schön dass du dich nicht nur über Deutschland zeigst, sondern anscheinend ein europäisches, wenn nicht weltweites Phänomen bist. Nun gut, das Kochsalz nicht das gesündeste ist, wusste ich auch schon vorher - berührt mich aber nicht so, ich schreibe nicht nur fade Texte, ich mag auch mein Essen fad (vergesse schon mal, meine Nudeln überhaupt zu salzen), bin kein Salzfanatiker.
Mir geht es also nicht um meinen persönlichen Salzkonsum, sondern um die Freiheit im Allgemeinen. Nun mag man argumentieren, das exessiver Salzkonsum die sozialen Sicherungssysteme mit zusätzlichen Kosten belastet, genau wie Rauchen, Alkoholismus oder Konsum von illegalen Drogen. Aber hat ein Staat die Selbstzerstörung eines Menschen zu regeln? Nein, hat er nicht. Wenn ich mich kaputt machen will, muss ich das können, das fällt unter das Recht auf Selbstbestimmung. Ob die Allgemeinheit die Kosten dessen zu tragen hat, ist fraglich - hier kann man in die eine Richtung argumentieren (”Die Interaktion des Menschen mit seiner Umgebung hat ihn zur genussvollen Selbstzerstörung veranlasst”) und in die Andere (”Eigenverantwortliches Handeln geschieht auf eigenes Risiko”). Wenn man nun von der Eigenverantwortung sind, so kann man aber von dieser nur ausgehen, sofern bewusstes Handeln da hinter steckt - Kampagnen gegen Salz klingen zwar absurd, aber wären eine Lösung… “Keine Macht dem Salz!”
Wie man in Großbritannien allerdings vorgeht, scheint nicht ganz unsinnig zu sein, das muss ich dann doch zugeben: Man senkt den Salzgehalt von Fertigprodukten - die, um den Appetit (und damit Umsatz) anzuregen, eher heftig gesalzen sind - nebenbei (das ist jetzt mal meine Spekulation) könnte sich diese Maßnahme langfristig positiv (bzw. negativ) auf den Anteil der übergewichtigen Menschen an der Gesamtbevölkerung auswirken - und wer gerne den Salzrausch
genießt, kann ja immer noch nachsalzen bis der Pfeffer wächst.
In Deutschland fordern derweil die allseits belächelten beliebten Jungliberalen die Legalisierung harter Drogen. Das ist, nebenbei bemerkt, auch vor allem wirtschaftsliberal, frei nach dem Motto: Stellen wir die Schattenwirtschaft in die Sonne!
nerven. Kann leider momentan nicht wirklich hier schreiben. Wird wohl wirklich Zeit, dass ich mir wieder einen guten Hoster suche. Vorschläge, anyone?


Auch wenn ich es ja von meinem professionellen Hintergrund verstehe, diese Werbeaktionen - oder sagen wir Marketingmaßnahmen - im Uni Umfeld gehen mir auf den Keks. Ständig gehen einem so genannte Studentenvorteilsclubs auf die Nerven (bald werde auch ich von der ewigen Werbung zermürbt sein und meine Daten den Data-Minern in den Rachen werfen), die immer gleichen seriösen Herren wollen einem am einen Tag die FAZ, am nächsten die Zeit schmackhaft werden - Altpapier für wenig Geld (ein elektronisches Abonemment würde ich ja nehmen, schon allein weil ich dann nicht einen Zeitungsstapel in meinem Zimmer habe).
Hin und wieder ist auch T-Mobile dabei, diesmal mit einer Campus Cooking-Aktion, mit irgendeinem TV-Koch, der gut gebräunt ist, dessen Namen ich aber noch nicht gehört habe (im Gegensatz zu Tim Mälzer, Johann Lafer oder Ralf Zacherl), was daran liegen mag, dass ich zu wenig fernsehe. Was soll man sagen?
Zunächst mal glaube ich nicht, dass so eine Aktion etwas anderes ist als teure Bauernfängerei, ich kann verstehen, das manche Menschen zu T-Mobile greifen aufgrund des Netzes (auch wenn es manchmal ausfällt
), aber selbst da kann man fragen, ob es nicht ein Congstar/Simply/JA Mobil auch tut.
Überhaupt: Was hat kochen mit telefonieren zu tun? Imagekampagne? Mit Werbeboxen, um aus der Flyerflut herauszustechen (Ich habe gleich mal geguckt, ob eine Wanze drin ist, nach den Datenskandalen und Spitzeleien ist man da ja misstrauisch
)? Und was hat kochen mit Mensa zu tun, oder was hat kulinarischer Genuss mit Mensa zu tun? Immerhin eine gute Reichweite, aber man stürzt sich auf eine Kundengruppe, die, wenn sie in der Lage ist, einigermaßen zu rechnen, wohl eher zum blauen Luftblasenkonkurrenten greifen wird, der auch wirbt, wenn auch weniger aufwändig.
Zu hoffen bleibt, dass das Studentenwerk diese Aktion wenigstens nur wegen des Geldes mitmacht und nicht um “den Studenten was zu bieten”.
Die US-amerikanische Comedyshow The Colbert Report enthielt eine Rubrik, in der es darum ging, wieviele Affen man für verschiedene Werke der Kunst benötigen würde. Colbert zufolge benötigte man eine Million Affen, die bis zur Unendlichkeit schreiben, um die Werke Shakespeares zu erstellen, zehntausend Alkohol trinkende Affen, die zehntausend Jahre schreiben, um Hemingways Werke zu erstellen, und zehn Affen, die drei Tage tippen, um die Werke Dan Browns zu erhalten.
