Monthly Archive for Dezember, 2008

Alles Gute, txtblog!

txtblog wird 4

txtblog wird 4

Geburtstage soll man ja nicht vergessen, denn es gilt als unhöflich. Von daher muss ich dieser Seite heute zu einem 4. Geburtstag gratulieren, der nicht wirklich einer ist, aber dennoch irgendwie …1

  1. Vor 4 Jahren habe ich unter dem Titel txtblog angefangen, ins Internet zu schreiben,  ein Weblog zu führen, wie auch immer man das nennen möchte - wenn nicht zwischendurch etwas über ein Jahr Funkstille gewesen wäre, hätte ich das herumgedruckse oberhalb sein lassen können.

Ein bisschen Beethoven schadet nie..

.. oder?

Beethoven - Graffiti aus Graz. (CC) southtyrolean

Beethoven - Graffiti aus Graz. (CC) southtyrolean

1. Teil

2. Teil

Die Welt und ich (11): Keine Weihnachtsstimmung

Achtung: Diesmal ein wenig länger!

Es weihnachtet sehr, rundherum, überall: Bei mir nicht so wirklich. Irgendwie kommt die Stimmung nicht so auf, ich bin weder materiell noch geistig eingestimmt - wobei: War ich das in den Jahren zuvor denn? Nun, materiell schon - zu mindestens im letzten Jahr, aber geistig maximal eine Nuance mehr.

Man darf Katastrophen eben nicht absolut sehen, sondern muss (ja, ich sage muss) gelegentlich auch mal relativieren. Zu mindestens persönliche Katastrophen, denn sonst, liebe Freunde, kriegt man den Kopf kaum noch aus dem Rumtopf Sand. Das ist meine Erkenntnis des gestrigen Tages und verdammt, sie ist hart erwandert.

Überhaupt, gestern, - und da kann ich kurz mal überleiten - gestern saß ich in einer Kneipe, besuchte einen Wohnheimskollegen, der dort seit kurzem arbeitet, trank friedlich eine Cola an der Bar. Nun muss man sich diese Kneipe nicht so wie einen trendigen Club vorstellen, oder gar wie eine stylische Bar (juhu, zwei der ätzendsten Adjektive in einem Satz), sondern eher wie eine klassische Eck-Kneipe, in der immer die gleiche Nachbarschaft zu Besuch ist - so in etwa ist das hier, und da es im heimischen Projensdorf wenig klassische Stadtbebauung gibt, die Eckkneipen ermöglicht, ist es dennoch keine Eckkneipe.Nur eine Einmannkneipe, was hier in SH heißt: Es darf geraucht werden.

Jedenfalls, wenn du da sitzt, dann wirst du hin und wieder unfreiwillig in irgendwelche Gespräche eingebunden, in denen es in etwa zu solchen Sätzen kommt: “Gut, dass ich noch eine klassische Rente habe, der ganze andere Kram fliegt ja gerade auseinander” - was soll man da sagen, außer zustimmen?

Wobei ich persönlich ja sagen muss, dass ich diese Krise an sich nicht allzu ernüchternd finde. Als ich vor über einem Jahr studienbedingt erstmals diesen ganzen Anlageformen auf den Grund ging, wunderte ich mich bereits sehr, wie das wohl gut gehen soll, dass man irgendwelche unsicheren Schulden in Pakete steckt und daraus dann angeblich sichere Anlagen formt.

Mittlerweile weiß man, wozu das alles geführt hat - und es ist nicht wirklich abzusehen, wozu das noch führen wird, nur eines:

Es wird sich am Gesamtkonzept nichts ändern. Die politischen Parteibucheliten, die in der Bildungspolitik bekanntlich seit Jahren (oder sogar Jahrzehnten) fleissigst an der vollkommenen Rückverdummung der Menschheit arbeiten, scheinen ihre eigenen Thesen so ernst genommen zu haben, dass es absolut kein Potenzial für einigermaßen haltbare Alternativkonzepte zu dem gibt, was die Weltfinanzmärkte (und unter Umständen auch noch die restlichen Märkte) in die Situation geführt hat, die nun existent ist. Nein, man bedient sich reiner Budgetpolitik, redet von Steuersenkungen, an denen es genug Zweifel anzubringen gibt bezüglich der ökonomischen Wirksamkeit - und die (ebenfalls rückverdummten bereits in den letzten Jahren oft an kritischer Distanz mangelnden) Presseerzeugnisse dieser Republik tragen in das größtenteils mit - von daher ist keine nennenswerte Gegenbewegung zu erwarten.1

Alles wie in den letzten Jahren, sozusagen. Als ob der Unsinn noch nicht reichen würde.

Genauso verhält es sich auch mit diesem Rückblick, der Unsinn reicht noch nicht, ich habe das Gefühl noch weiterschreiben zu müssen. Nur über was? Nun, vielleicht das verwässerste Buzz-Word der Politik dieses Jahrzehnts: Terror2. Da gab es kürzlich - Dienstag - bei fefe eine Meldung über einen “Sprengstoffanschlag” ohne Zünder. Das wurde dort als Warnung gewertet. Ich wette - genau wie fefe - darauf, dass man das in Deutschland glatt als Terroranschlag oder sonstwas vermarktet hätte - diese Bahn- und Sauerlandbomber waren ja auch nicht viel mehr. Aber gut: Es wirkt ja, manche Menschen in unbescholtenen Kleinstädten haben dann am Ende Angst vor Terrorismus.3 Wenn das nicht so unendlich traurig wäre, man könnte sich drüber zu Tode lachen. In Frankreich ist natürlich auch nicht alles Sahne, man denke nur mal an Nuklearenergie. Aber dennoch, ich sollte vielleicht tatsächlich mal wieder an meinem français arbeiten.

Womit ich dann noch einen Vorsatz für 2009 hätte. Aber zu den Vorsätzen kommen wir nächste Woche, wenn es dann ganz in Ordnung ist, nicht in Weihnachstimmung zu sein.

Bis dahin frohe Feiertage (beziehungsweise gutes Durchhaltevermögen.)

  1. Immerhin wurde kürzlich anlässlich H. Tapperts Tod ordentlich Derrick im Fernsehen gezeigt. Nur als Beispiel, worüber ich mich mittlerweile beim deutschen Fernsehen schon freue.
  2. Bitte lesen, was Monsieur Valin vom Spreeblick dazu schreibt.
  3. Und finden dann am Ende noch so ein BKA-Gesetz gut. Aua.

Die Welt und ich (10): Ganz kurz.

Nach einer Nacht im Mondverein bei Seelenessen und einem ereignislosen Tag finde ich nun Zeit für einen kurzen Wochenrückblick.

Nun, was ist geschehen? Nicht viel. Ich habe mir zwar in der Woche ein paar Notizen gemacht, was so alles passiert ist. Aber jetzt will ich nicht diese ganzen Sachen aufschreiben.

Ich will überhaupt nicht viel schreiben, auch nicht über das, was ich gemacht habe. Es war eine gute Woche, das reicht als persönliches Statement.

Global gesehen gibt es leider kaum gute Wochen.

“Die Leiden des jungen Werthers” im Schauspielhaus Kiel

(In guter, alter txtblog-Tradition mal wieder ein Bericht über ein Theaterstück, welches ich, wie schon damals, mir nicht vom Essen absparen musste. (An dieser Stelle herzlichsten Dank den ehrenwerten Spendern ;-) .))

Wie auch immer es wird, fest steht schon einmal, das man sich vom Original entfernt hat, ja entfernen musste: Werthers Geschichte wird von Goethe in Briefen erzählt, dies ist aber ein Stück. Für die Bühne.

In der Einführung vor dem Stück erfahren, das Lotte eine etwas andere Rolle zugewiesen bekommen hat - sie steht mehr im Mittelpunkt. Ob ich das gut finde? Ich weiß es nicht, warte mal ab. Was ich weiß, ist, das so eine dramatische Umarbeitung keine einfache Sache ist, man sollte, bevor man so etwas tut, nicht fürchten von Kritikern verissen zu werden.

Das war es, was ich mir vor dem Stück eher gelangweilt notierte. Nun, ich muss sagen, es hat mich nicht nur positiv überrascht, sondern geradezu begeistert. Eine moderne Inszenierung, kein Vorhang, dennoch Wechsel der Kleidung, eine Schauspielerin und 2 Schauspieler (um endlosen Monolog zu vermeiden - wer das Buch kennt, dürfte sich die verkörperten Rollen ausrechnen können), die tatsächlich die Charaktere verkörpern, stellenweise durchaus amüsant, frohlockend - Kontrastierung sozusagen.

Ich erteile keinen Befehl sich das Stück, welches noch ein paar mal aufgeführt wird, anzusehen, aber an die, die Gelegenheit dazu haben, richte ich den Wunsch, dieses doch bitte zu tun.

Die Welt und ich (9): Kein Titel

Und wieder ist eine Woche vergangen, hier an der schönen Küste des 7. Weltmeeres. Beginnen wir den obligatorischen Rückblick.

Man mag mir nachsehen, wenn ich manchmal darauf verzichte, mich mit der großen Politik der großen weiten Welt zu befassen: Es ist doch gar zu oft einfach nur eins: Deprimierend. Da wird die Freiheit wiederholt mit Füßen (oder sogar bestiefelten Füßen?) getreten, da werden ständig alte Fehler noch mal durchexerziert. Aber gut: Ich beanspruche nicht für mich, dass ich alles besser machen würde. Das steht aber auch gar nicht zur Diskussion.

Wenn ich daran denke, dass man die deutsche Sprache im Grundgesetz festschreiben will, so muss ich als erstes denken “Wozu das denn?” und als zweites an den guten, alten Charles de Montesquieu:

Wenn es nicht notwendig ist, ein Gesetz zu machen, ist es notwendig, kein Gesetz zu machen.

Natürlich ist es furchtbar, wenn immer weniger Menschen vernünftig Deutsch sprechen können. Aber das liegt nicht an mangelden Gesetzen, sondern wohl eher an mangelndem Geld für sprachliche Schulungen und vielleicht an mangeldem Interesse. Dem aber kommt man nicht mit einer Verankerung der deutschen Sprache im Grundgesetz bei.

Ansonsten ist mir im Gedächtnis geblieben, dass es in Thailand auch ohne Terror drunter und drüber geht. Siehe da, es gibt auch noch Bürgerkriege und nicht nur Terrorismus. Sehr beruhigend.

Dann ist da noch eine lustige Randnotiz, die ich gestern beim blättern der FTD sah: Die Pleitiers vom Rhein WestLB, gerade erst unter den Rettungsschirm der Bundesregierung gekrochen, mietet die Büros in den obersten drei Stockwerken des WTC 7 in New York City. Anscheinend ist man tatsächlich optimistisch, sich so etwas irgendwann leisten zu können.

Und noch etwas, noch schockierender. Aber lest selbst.

Ansonsten muss ich sagen, so für mich direkt, dass ich eine Woche verlebt habe, die an und für sich wirklich ok war. Natürlich geht es mir auf die Nerven, dass es den ganzen Tag bis auf ein paar Stunden dunkel ist - wenn ich das Geld für einen Winterurlaub hätte, ich würde ihn auf der Südhalbkugel verbringen. Aber gut, da muss man durch, auch wenn die Talsohle diesbezüglich noch nicht durchschritten ist.

Ein lustiges und dann müdes Wochenende liegt hinter mir - und eine sicherlich großartige Woche vor mir. Mal sehen, was so geschieht…

translate german into english one to one

auch bei der titanic. sehr schön.

Die Welt und ich (8): Stillstandsautobahn

Nach einem sehr kurzem und äußerst unbefriedigendem Wochenrückblick letzte Woche muss ich feststellen, das schon wieder eine Woche vorübergegangen ist. Aber das ist nicht alles.

Wer nun aber Erwartungen in Höhe des Empire State Buildings anhäuft, der wird Wohl oder Übel enttäuscht werden. Denn so ist die Welt nun einmal, überhaupt, was ist schon perfekt?

Ich bin es jedenfalls nicht, so viel ist klar und wenn mich meine Beobachtungen nicht täuschen, gibt es keine perfekten Menschen. Also warum soll man sich dann über die Fehler Anderer mokieren? Nun (und ich gebe zu, dass das ganz blöd klingt), bloß weil man nicht perfekt ist, ist man deswegen nicht automatisch nicht für seine Handlungen verantwortlich.

Aber Schluß mit dem Geplänkel und Butter bei die Fische: Das BKA-Gesetz ist im Bundesrat gescheitert, vorerst jedenfalls. Da kamen die Anschläge in Bombay wohl zu spät. Schlechtes Timing sozusagen, um nicht zu sagen: Wie unprofessionell, das geht besser. Aber ich will hier ja keine Verschwörungstheorien basteln, bringt ja auch nichts, da böte sich die Kosovo/BND-Sache auch wohl um einiges besser an. Oder vielleicht doch die Sache mit dem Herrn Rahm? Egal, anderes Thema.
Wirtschaftskrise. Erinnert sich noch jemand daran, das schon bevor aus der Subprimekrise eine Bankenkrise wurde, geunkt wurde, das Rezession drohe? Ich muss zugeben, dass ich das auch ziemlich gut vergessen hatte, man wird ja auch so mit Informationen zugeschmissen in diesen Zeiten, ständig sagt irgendwer irgendwas, eine harte Realität, wenn man so will.
Jedenfalls habe ich kürzlich dazu etwas gelesen - was ich jetzt aber leider nicht wiederfinde. Ärgerlich, ärgerlich.

Ansonsten liegt nicht nur eine Woche, sondern auch ein ganzer Monat fast hinter uns. Fast sogar schon das ganze Jahr - mein Leben kommt mir derzeit wirklich schnell vor. Nicht, das jeder Tag bis oben an vollgepackt wäre - der Sonntag ist es zum Beispiel nicht, aber es ist schon fast so, dass ich mich frage, ob ich mit dieser Zeitverfluggeschwindigkeit noch mitkomme.
Deswegen habe ich mich zu einer geringfügigen Veränderung meines Lebenswandels entschieden. Nur drei Alkoholtage im Dezember. Spart Geld und Kopfschmerzen und damit auch Zeit.

Aber ob das was verändert? Wir werden es nächste Woche sehen…