Monthly Archive for November, 2008

Die Welt und ich (7): Stillstand

Nichts geschehen. So kommt es mir jedenfalls vor. Die Woche über wird gelernt, zur Unterbrechung mal gefeiert. Dann macht man noch dies und das, hält sich am Leben und seine Sachen in Ordnung. Aber ändert sich dadurch irgendetwas, in signifikanter Weise? Wenn ihr mich fragt, nein, nicht.

Dann gibt es da noch die Welt da draußen. Was geschieht da? Nun, die SPD zerfleddert sich weiter mit aller Kraft, die Union versucht das ein wenig zu imitieren, keiner weiß, was man gegen die Finanzkrise, die sich - da sind sich immerhin viele einig - in eine Weltwirtschaftskrise transformiert, tun kann oder soll.
Ja, so ist das. Vielleicht setze ich das hier morgen fort, wenn mir dann was besseres einfällt als jetzt gerade im Moment. Abwarten.

Und nun zum Reitsport.

Isabell Werth auf Satchmo:

Großartig, nicht wahr?

Geht das Web 2.0 drauf?

Web 2.0, ein klassisches Hype-Buzzword - könnte man sagen. Blogs! Social Networks! Noch vor etwa einem Jahr hieß es überall, dass die Gefahr einer neuen Blase nicht drohen würde, das alles sehr vernünftig sei und ich muss sagen, mich hat die damalige Euphorie auch ein wenig mitgerissen.1 Mag auch sein, ich habe nicht die Zeit, um mir die Mühe zu machen das ernsthaft zu recherchieren. Kritische Stimmen fragten von Anfang an, wo denn das Geschäftsmodell sei.

Werbung war oft die Antwort, man glaubte, die Werbebranche floriere ewiglich. Nun, scheint so, als hätte es da mal wieder jemand mit seiner linearen Trendextrapolation übertrieben, bzw. nicht weiter nachgedacht oder vergessen, dass die wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte kein Aufwärts ohne Abwärts kannte.

Immer wieder entstehen Blasen, selbst wenn es nicht so sichtbar ist. Wenn man sagt, dass das Web 2.0 keine Blase war und ist, dann gab es immerhin eine Art Werbeblase. Und wenn man so weit gehen würde, dass das auch nicht stimmt, dann war es wohl die Subprimekrise Bankenkrise Krise der globalen Finanzmärkte.

Ja, man kann das ganze vielleicht so ganz einfach fassen: Da das Vertrauen zwischen den Banken und der Realwirtschaft nicht mehr stimmt, ist sich keiner der eigenen Liquidität mehr sicher und sieht zu, wo er cost cutting betreiben kann, und was nimmt man da: Werbung. Auch wenn das vielleicht auf eine “geringe Marktorientierung der Unternehmen” hinweist (denn wer sagt, dass es bei der Absatzkrise in der Automobilbranche bleibt)2, ist es doch eine logische Sache.

Und wozu führt das? Google überarbeitet seine Werbemodelle, die SZ( 3 kürzt (via) und WatchBerlin4 macht ganz zu. Für die gibt es leider kein Bail-Out.

Ja, die Rezession. Aber da wir alle wissen, dass schlechte Erwartungen laut mancher makroökonomischer Theorie nur die Krise verschärfen, hoffen wir dennoch einfach mal das Beste und bleiben dabei am Besten am Boden.

[txtblog macht übrigens nicht dicht.]

  1. Wobei ich den Begriff Web 2.0 immer dusselig fand, die große Neuheit der Social Networks ab einem gewissen Punkt in Frage stellte (”Ist es nicht ein Forum mit anderer Navigation, sprich weg von den Inhalten, hin zu den Personen?” und vor allem von den technischen Begleiterscheinungen wie AJAX fasziniert war.
  2. Andererseits: Gegen die Krisendynamik “an zu werben”, dürfte auch schwierig und vor allem “kostenintensiv” sein ;-).
  3. Die ist nicht gerade Web2.0 (obwohl, jetzt.de und so..), aber dennoch abhängig von Werbung
  4. Man mag von diesem Portal halten was man will, ich fand manche Inhalte ganz gut, aber den Aufbau/die Machart der Seite immer schrecklich..

Die Welt und ich (6): Übersättigt

Eine Woche. Schon wieder. Vorbei.

Brechen wir die Regel und fangen wir mit dem an, was sonst am Ende steht - verkehren wir gut und böse. Und wieder stellt sich die Frage, ob es eine erfolgreiche Woche war. Ich bin mir nicht sicher, ob sie erfolgreich war, diese Woche, weil ich den Erfolg jetzt gerade kaum messen kann. Es war aber, für mich eine reichhaltige, abwechslungsreiche und in großen Teilen freudige Woche.
Was geschehen ist, in der großen weiten Welt? Ich weiß so einiges, jetzt in diesem Moment, aber irgendwie tangiert mich jetzt gerade das alles nicht so sehr. Bis vor kurzem war ich in Seebüll, ich will es gar nicht weiter ausführen: Ein Mensch von Bildung weiß nun, wo ich war und ein sehr und unmittelbar Seebüll-erfahrenes Subjekt kann erahnen, wie sich das auf die Stimmung auswirken kann, wenn man die Sache an sich heranlässt.
Jetzt ist es dunkel, ich bin auf dem Rückweg, muss nichts tun, nur sitzen, warten und Reifen- und Motorgeräusche hören, gelegentlich auch menschliche Stimmen, wobei der Inhalt an mir vorbeigeht - es belästigt mich nicht weiter. Aber das muss auch nicht, ich wurde ja auch um meinen Schlaf gebracht, bin müde, in der Nacht und dann am Tage.
Aber es ist erstaunlich, wie sehr ich es schaffe, die Ereignisse der großen weiten Welt in den Hintergrund zu rücken. Wenn ich - und damit werde ich gleich wieder persönlich - zurückdenke: Vor ein paar Jahren wäre das nicht möglich gewesen. Es ist nicht so, das ich mich nicht informiere, aber irgendwie tangiert es mich nicht mehr. Übersättigt? Potenziell schon.

Hackintosh

Es muss wohl sowas wie Schicksal gewesen sein (wenn man daran glaub) das Stumble mich vor etwa zwei Wochen auf den englischsprachigen Wikipedia-Eintrag zu OSx86 führte. Dort durfte ich lesen das es sich eine wachsende Community zur Aufgabe gemacht hat, Mac OS auf “normalen” PCs zum Laufen zu bringen. Dabei ist sie - vor allem begünstigt durch Apples Quasi-Umstieg von PowerPC- auf Intel-basierte Hardware - auch relativ erfolgreich. Ich wurde natürlich sofort hellhörig, da ich grade mal wieder relativ genervt von Windows war, da es anscheinend mindestens eine Neuinstallation pro Jahr benötigt und mal wieder vollkommen verschlackt und langsam war. Ich informierte mich kurz über die Kompatibilität meiner Hardware, und kam zu dem Schluss das wohl alles bis auf die WLAN Karte und den Kartenleser lauffähig sein sollte. Also her mit der Installations-DVD, eine 15 GB große Partition mit einer (kaputten) Kubuntu Installation hatte ich auch noch, überschrieben, fertig… naja fast. Da der Installationsprozess beim ersten Versuch anscheinend nicht genügend Aufmerksamkeit gekriegt hatte (das ein oder andere Häkchen vergessen) musste das ganze nocheinmal wiederholt werde. Jetzt läuft der Leopard schon seit einer Woche, ist schneller als Windows, hat längere Akkulaufzeit und, was meiner Meinung nach der größte Vorteil ist, keine registry. Windows-Programme die ich unbedingt brauche kann ich relativ einfach mit sowas wie wine emulieren, und zum Zocken tuts Windows zur Not auch noch. Denn nur dafür und wenn ich unbedingt WLAN brauche starte ich es noch (kompatiblere Karte für nen paar Euro ist schon bestellt). Der Einstieg fiel mir deutlich leichter als bei den Verschiedenen Linux Distributionen, solle also nicht irgendwas fatales passieren (ich zerschieße die Installation, Microsoft macht nen gutes Betriebssystem,…) werd ich wohl erstmal bei OS x86 blieben.

Die Welt und ich (5): Friedliche Koexistenz?

Eine weitere Folge, hoffentlich besser als die letzte: Die Woche war gar nicht ereignisarm, aber das macht ja noch längst keine gute Kolumne – leider.

Fangen wir immer bei den wichtigen Dingen an: Der Welt da draußen. Nun, was ist geschehen:

Wie jedeR wissen dürfte, ist Barack Obama der nächste US-Präsident. Und er wurde offenbar tatsächlich von der Mehrheit des US-Volkes gewählt – ein gutes Omen? Definitiv! Und McCain hat einen sehr guten Verlierer abgegeben 1: Obama sei jetzt auch sein Präsident. Zudem will Obama auch Republicans in sein Kabinett aufnehmen – klingt nach friedlicher Koexistenz.

Jemand Anderes, im Bundeslande Hessen hingegen, musste sich dann doch gar nicht zur Wahl stellen. Ja, die SPD hat es nicht geschafft, ihre Kader zu disziplinieren: 4 von 42 Abgeordneten sagten „nein“ zudem, was deutsche Konservative zuvor mehrfach – und anscheinend auch mit Wirkung – als Wahlbetrug gebrandmarkt hatten – aus Gewissensgründen, natürlich. Nein, ich bin ja eigentlich auch kein Freund der ewigen und heiligen Fraktionsdisziplin, aber meine Abneigung gegen diese betrifft nicht so sehr Personalfragen, sondern vor allem Sachfragen. Und das war weniger eine Sachfrage. Sozialdemokraten verraten Sozialdemokraten. Die Schmierenkampagne „Frau Ypsilanti arbeitet mit den Kommunisten 2 zusammen“ wirkt wohl doch, wie sehr sie bei den hessischen Wahlberechtigten wirkte, wird man bei sich nun so langsam abzeichnenden Neuwahlen sehen – Frau Y. ist jedenfalls nicht mehr dabei: Zum dritten Mal scheitern würde daraus ja auch eine gute Sache machen. Eine Satire-Aktion des NDR-Magazins extra3, in der die SPD ihre Auflösung ankündigte, wurde laut Fernsehbildern bereits gut angenommen – was aber in Zeiten von Videoschnitt nichts heißt (insbesondere bei Satire) 3.

Von einem wenig erfreulichen Thema zu einem noch Unerfreulicherem: Zum einen ist da die CDU, die mal wieder versucht, den Antisemitismus der Linken in die Schuhe zu schieben. Klar, es gibt da (oder gab) in Teilen des linken Spektrums Abneigungen gegen die israelische Militärpolitik, da mag es in der DDR Waffenlieferungen gegeben haben, aber gerade die CDU? „Hans Filbinger war nie ein Nationalsozialist“ - schon klar. Und Bananen sind gerade und meistens blau. Mal wieder „innovative Sympathievernichtung” und zudem einfach dumme Politik. Insbesondere, wenn man an den heutigen Tag, u.a. Jahrestag der Novemberrevolution, der Reichsprogromnacht und des Mauerfalls denkt.

Gut. Bleibt der potenziell unangenehme, der persönliche Teil. Ja, die zweite Uniwoche war schon wieder etwas anspruchsvoller, als die zweite und so wird das jetzt kontinuierlich bleiben. Jedes Mal ein bisschen mehr.

Ansonsten – und jetzt fluche ich gerade leise, weil mir keine gute Formulierung einfallen will – ist gewissermaßen gestern eine Art von Belastung von mir gefallen, denn ein Treffen mit einer ehemals sehr vertrauten Person lief nach meinem subjektiven Eindruck erfreulich entspannt. Und Entspannung, und sei es in Form von friedlicher Koexistenz – ist immer eine gute Sache.

Das nächste Wochenende wird dann vermutlich ein Stück unentspannter, aber hoffentlich nicht allzu viel unerfreulicher. Aber das muss auch mal sein und so schlimm ist Besuch nun auch nicht.

Ich stricke bereits an einem Freizeitprogramm. Damit der alte Hund maximal bellt und nicht beißt (nicht gebissen wird) und das auch diesbezüglich mit der „friedlichen Koexistenz“ funktioniert.

  1. Da könnte man sich in Deutschland auch mal eine Scheibe abschneiden: Ich fordere eine neue Kultur der Niederlage!
  2. Was übrigens für echte Kommunisten, so sagte man mir, eine mordsmäßige Verunglimpfung sei: „Die Linke“ sei mehr eine Nachfolgepartei der SPD, als irgendetwas Anderes.
  3. Ja, es ist totaler Blödsinn, Satire ernsthaft zu bewerten. Aber solange man mir die Freiheit lässt, genau das zu tun, mache ich das ab und zu gern.

Noch nicht medial überversorgt?

Dann, bitte, mal bei YouTube Videos von Slut 1 ansehen.
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Die Welt und ich (4): Der alte Hund bellt noch.

“Der alte Hund bellt noch? WTF?” - Ja, der alte Hund bellt noch, die Medienmaschinerie läuft weiter, die Finanzkrise auch, nichts ist anders und doch ganz viel.

Eine weitere Woche hat heute ihr Finale, es ist Zeit für eine weitere Kolumne, denn der alte Hund bellt noch. Beißen vielleicht auch, aber das muss sich noch zeigen. Eine weitere Woche ist vorbei und wenn ich so spontan nachdenke, habe ich nicht den blassesten Schimmer, was passiert ist in der weiten Welt. Die letzten Tage waren wohl so egozentrisch, dass ich nichts mitbekam und das, was zuvor war vergaß.

Ich unterbreche für ein wenig Recherche.

Da gibt es die US-Wahlen, am 4.11., Obamamania in der deutschen Öffentlichkeit ist nicht vorbei - kein Wunder, der ist ja auch noch nicht Präsident und macht irgendetwas Unpopuläres (z.B. Krieg). Bei der ganzen Obama-Vergötterung in der deutschen Medienwelt (ich hoffe mal, dass es in den USA noch nicht ganz so einseitig ist, auch wenn diverse Zeitungen und Politgrößen ja bereits einseitig Stellung bezogen haben) möchte man fast sagen: “Ich glaube, Mc Cain wäre der bessere Präsident.” - Kann man aber nicht wirklich, denn der Gute macht es einem wirklich sehr schwer.

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